8 – Das Stadthaus in Zürich

imageHeute: Abmeldung beim Stadthaus in Zürich. Per 30. November haben wir offiziell keine Aufenthaltsbewilligung mehr in der Schweiz, stattdessen haben wir das nötige Papier für den Zoll erhalten.

Mit einem steten Lächeln am Gesicht und unendlicher Geduld hat jeder der drei Beamten Buchstaben für Buchstaben, Zahl für Zahl, in die Tastatur getippt, bedächtig, seriös und genau. Dabei konnten wir gleich zu Beginn erleihtert aufatmen, als Beamter Nummer 1  zum nebensitzenden Praktikanten bemerkt:

“Sie ist jetzt also optimal vorbereitet. Sie hat alles dabei.”

Phu, soweit so gut – erste Hürde im Papierdschungel bewältigt, das war ja einfach! Doch es geht weiter: Beamter Nummer 1 schult seinen Praktikanten ebenso gründlich ein, wie er seine Arbeit ausführt, das heisst zuerst eine detaillierte Wiedergabe und Aufzählung all unserer vorgelegten Unterlagen, inkusive Vorzeigen, Wenden, Erläuterungen zu den Inhalten – und, oh Schreck, es bleibt nicht dabei:

“… Oft fehlt noch Dokument X, und dann muss man …”

Nach einem sehr ausführlichen Exkurs mit Beschreibung mehrerer komplexer Vorgehensweisen für alle mögliche Alternativszenarien des Parteienverkehrs dann aber das Fazit:

“Aber sie hat jetzt also wirklich alles dabei [nochmals nachdenkliches Blättern durch die Dokumente], und darum können wir hier nun direkt ….[sehr exakte Schilderung des Vorgangs in der optimalen Ausgangslage ]“

Nach etwa 30 Minuten kann der Beamte seine Aufmerksamkeit wieder uns widmen:

“Sie wollen sich also abmelden, sagen Sie?“

Selbstverständlich war das nur das erste Formular. Nach einer Stunde hiess es das Haus durchqueren und dasselbe Prozedere mit einem mindestens ebenso freundlichen Beamten inklusive Praktikanten zu wiederholen. Dann zurück zu Schalter 1, bitte nun in Zimmer 317 einen Stempel holen, und dann weiter in Gang X für Formular Nummer Y.

Als wir nach fast zwei Stunden endlich wieder an der frischen Luft sind, können wir aufatmen. Schweizer Freundlichkeit und Gründlichkeit wie im Bilderbuch haben wir also auch noch einmal erlebt 🙂

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