Sonne, Strom und unser Haus

Wir haben unsere Photovoltaik (PV) Anlage nun ca. 1 Woche in Betrieb. Hier nun die Grundsatzüberlegungen, ersten Erfahrungen und technischen facts.

Warum haben wir uns überhaupt für eine PV entschieden?

Wir wollten eine alternative Energiequelle in unsere Einfamilienhaus einbingen – aus ökologischen und natürlich auch wirtschaftlichen Gründen. Es hat sich sehr rasch herausgestellt, dass die Entscheidung zwischen einer thermischen Solar- oder Photovoltaik-Anlage fallen wird. Die Argumentation, dass die Ausbeute bei einer PV-Anlage über das Jahr hinweg besser ist und man mit einer Wärmepumpe bereits eine thermische “Energiequelle” hat, hat uns schlussendlich überzeugt. Wir sind schon gespannt, inwiefern sich diese Überlegungen als passend für uns erweisen (ist allerdings ohne direkten Vergleich nicht gerade leicht herauszufinden).

Was haben wir nun am Dach?

Erste Eindrücke
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Die App zur Photovoltaik-Anlage
  • Mit jeder Energie-Komponente, die in die Haus-Anlage integriert wird, steigen die Möglichkeiten – und zugleich die Komplexität. Die bekommt man bei den Optimierungsversuchen zu spüren. Ist für den Hobbyheimwerker spannend, für den reinen Anwender vielleicht eher ein notwendiges Übel.Was für uns als Smartphone-Junkies eine geniale Überraschung war, ist die sehr schön gestaltete App. So erfährt man überall und jederzeit, was die Anlage leistet. Nicht unbedingt notwendig, aber für die Überwachung und Optimierung des Gesamtsystems sehr praktisch.
  • Auch das Aussehen der Anlage ist top. Die 12 Module integrieren sich elegant rechts und links des Giebels, passen sehr gut zum Haus, und geben dem Gesamtbild noch einen modernen Touch.
  • Dagegen ist die Leistung für uns noch fragwürdig: Nach dem ersten richtig sonnigen Tag gestern sind wir vorerst enttäuscht, das unsere 3 kWp Anlage zu Spitzenzeit nur knapp über 900 Watt ausgespuckt hat. Da hätten wir uns durchaus etwas mehr erwartet, vor allem in Anbetracht dessen, dass wir uns im Sommer für die Spitzenleistung nicht gerade eine Verdoppelung erwarten. Sicher wird sich der Einstrahlwinkel noch verbessern, aber dafür auch die Temperatur erhöhen, was sich genau entgegengesetzt auf die Leistung auswirkt. Zwar bezieht sich die kWp-Angabe auf optimale Bedingungen für die Leistung (Temperatur, Einstrahlwinkel, Luftfeuchtigkeit, Wetter etc.), und ist damit nur eine theoretische Grösse. Trotzdem gingen wir davon aus, mit unseren Gegebenheiten auf 70-80% an diesen Wert heranzukommen. Davon sind wir im Moment noch weit entfernt. Mittels App beobachten wir, wie sich die Werte in den nächsten Tagen und Wochen entwickeln werden, und sind gleichzeitig dran, mit EGIP zu hinterfragen, ob das Setting so in Ordnung ist oder noch Tuning angebracht ist.
Unsere PV im Alltag

Die Integration unseres Sonnenkraftwerks in den Alltag ist für uns ein wichtiges Thema – soll ja Sinn gehabt haben was wir da gekauft und installiert haben! Am meisten nutzt der erzeugte Strom, wenn man ihn selbst verbraucht. Man bekommt nämlich wesentlich weniger für eine eingespeiste kWh, als es kostet wenn man sie vom Versorger kaufen muss. Nur, was heisst das konkret?

Natürlich alle Energie-hungrigen Verbraucher dann einschalten, wenn Strom zur Verfügung steht. Das ist klarerweise tagsüber, wenn die Sonne scheint. (Vorausgesetzt sie scheint…) Geräte wie Waschmaschine und Geschirrspüler hat man noch selbst im Griff. Moderne Geräte mit Einschaltverzögerung helfen hier mit, günstige Zeiten zu nutzen auch wenn man nicht im Haus ist. Trotzdem ist das wirtschaftlich günstigste Timing nicht immer das alltagstauglichste. Leuchten und Co. sind sowieso erst dann in Betrieb, wenn die Sonne weg ist. Und richtig komplex wird es bei geregelten Systemen wie der Heizung oder der Warmwasser-Bereitung. Dank Beratung von Firma WP-Energie (Heizungstechnik) und EGIP (Elektrik) konnte auch dazu eine Lösung gefunden werden. Die PV-Anlage ist mit der Wärmepumpe über ein Kabel verbunden und schickt ein “Freigabe”-Signal, wenn eine gewisse Leistung erreicht wird. Dann weiss die Heizung, dass günstiger Strom zur Verfügung steht und heizt den Wärmepuffer über das Standard-NIveau. Das Ziel ist es, mit der gespeicherten Energie die Zeiten in denen keine Energie gewonnen werden kann, also nachts, zu überbrücken. Praktisch ist die Konfiguration dann doch etwas anspruchsvoller, da man Ein-/Auschalt-Schwingungen vermeiden muss. Das würde passieren, wenn die Einschaltschwelle knapp überschritten und nach kurze Zeit wieder unterschritten wird. Dieses Verhalten wäre schädlich für die Lebensdauer der Wärmepumpe. Die Systeme bieten jedoch die Möglichkeit dem entgegen zu wirken. Zum Beispiel kann die Leistungs-Schwelle, an der das Freigabe-Signal wieder abgeschalten wird, gesondert, also entsprechend niedriger als der Einschaltwert, angegeben werden.

Die erste Woche mit diesem Setting hat uns den niedrigsten Wochen-Stromverbrauch seit dem Beginn unserer Aufzeichnungen beschert. 153 kWh anstatt durchschnittlich ca. 240 kWh. Diese doch beträchtliche Reduktion ist natürlich auch durch das wärmere Wetter als in den Wochen davor beeinflusst, und ist deswegen eingeschränkt aussagekräftig. Wir werden hier noch ein Weilchen beobachten müssen, ob sich die Konfiguration der Anlage bewährt oder hier noch mal nachjustiert werden muss. Und es gibt sehr viele Schräubchen an denen gedreht werden kann!

Und ihr?

Was uns natürlich brennend interessiert ist: welche Werte sind hier normal oder möglich? Könnt ihr Erfahrungen zur Ausbeute bei PV-Anlagen beisteuern? Oder wieviel Strom verbraucht ihr mit eurer Wärmepumpen-Heizung bzw. eurem Einfamilienhaus?
Vielleicht hilft dieser Vergleich und der Austausch, noch Optimierungspotential in unseren Anlagen freizulegen.

Next Step

Nun hat der Förderungsantrag high priority: Fristen einhalten und die staatliche Unterstützung für nachhaltiges Denken einholen.

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