Die Werbung und die Post – oder: Eine Mülltonne atmet auf

Seit die Post uns ein Fach im Postkasten zur Verfügung gestellt hat, erhalten wir einwandfrei unsere Briefe. Und Werbung. Jede Menge Werbung. No good! Weder für uns (täglich direkt vom Postfach zur Altpapier-Mülltonne wandern *nerv*), noch für die Umwelt (täglich teilweise zentimeter-hohe Papierstapel, die ungelesen weggeworfen werden).

Das ist keine subjektive Einschätzung:

Bis zu 98 Kilo Werbematerial pro Jahr erhält ein Wiener Haushalt auf diese Weise zugestellt, wie das Institut für Abfallwirtschaft der Universität für Bodenkultur in einer Untersuchung festgestellt hat. (www.wenigermist.at)

Was tun? Wir erfahren, dass man auf der Post dieses unerwünschte Werbematerial abbestellen kann: ein Service der Österreichischen Post AG. Ganz einfach, teilt uns das lokale Postamt mit. Nein, hier vor Ort geht das nicht. (Wo bliebe da die österreichische Bürokratie? Tradition hat schliesslich auch einen Wert.) Aber wir können einen Brief mit adressiertem und ausreichend frankiertem (!) Rückkuvert an die Adresse xy schicken (dazu erhalten wir extra einen Ausdruck mit Adressangabe – das Papier sparen soll nicht zu früh beginnen), mit dem wir dann pro Kuvert maximal zwei (!) Sticker “Bitte keine Werbung“ erhalten sollen (kein Mensch weiss, warum wir dem nicht auch von unserem Gegenüber am Postschalter bekommen können).

Bewusst eingebaute Hürden, damit es einem nicht allzu leicht gemacht wird, die Post und die Werbeindustrie um lukrative Einnahmequellen zu beschneiden? Macht nix, wir nehmen den Umweg auf uns. Buchstabe für Buchstabe schreiben wir die Adresse ab und kleben widerwillig die Briefmarke auf das Rückkuvert. Aber irgendwie findet die Post die Adresse zu ihrem eigenen Postfach nicht. Blöd gelaufen, Brief zurück.

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Unten der Zettel mit der Adressangabe, der uns auf der Post ausgehändigt wurde. Oben der retournierte Brief: “Anschrift ungenügend”

Die spinnen, die Römer? imageWir recherchieren weiter im Web, kann ja nicht sein! Finden eine Liste, in der man sich eintragen kann…

Dadurch werden Ihre Daten aus den Datenbanken der Adressverlage gestrichen. Es dürfen Ihnen keine unerwünschten, persönlich adressierten Werbesendungen (z. B. Gewinnspiele) mehr zugestellt werden. Werbesendungen, die Sie persönlich bestellt oder denen Sie ausdrücklich zugestimmt haben, sowie amtliche Mitteilungen erhalten Sie weiterhin. (Die Robinsonliste)

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In your face, Postwurfsendung.

…und einen Sticker zum selber drucken. Geht doch!

P.S. Auf ein Blatt Papier passen 16 Etiketten. Und die geben wir weiter. Einfach so. 

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