Energieausweis am Prüfstand

Mittlerweile wohnen wir seit 1,5 Jahren in unserem GRIFFNER Haus, haben unsere Heizung über den Winter voll in Betrieb gehabt, die Isolation des Hauses und Wandaufbaus in der Praxis getestet und auch die Heizwirkung der großflächigen Fenster erlebt. Da wollten wir mal wissen wie unsere Energiebilanz aussieht – und ob die vielversprechenden Werte aus dem Energieausweis sich auch in der Realität wiederspiegeln.

Was GRIFFNER verspricht:

DIE GÜNSTIGSTE ENERGIE IST DIE, DIE MAN NICHT VERBRAUCHT

Unsere innovativen Wandsysteme schaffen in Kombination mit den natürlichen Baustoffen ein unvergleichlich behagliches Raumklima und sorgen außerdem für eine hervorragende Energiebilanz. Jedes GRIFFNER-Haus ist ein Niedrigenergiehaus. Mit der passenden haustechnischen Installation kann es die geltenden Energieeinsparverordnungen problemlos unterschreiten. www.griffner.com

Da sind wir ja gespannt! Die Rechnung sollte relativ einfach werden, da wir ja “nur” Strom verbrauchen und keine anderen Energiequellen heranziehen. Und den Stromverbrauch können wir ja ganz einfach vom Zähler oder auch der Rechnung ablesen.

Erfreuliche Abrechnung

Der Auslöser für diesen Check war die erste Jahresrechnung von unserem Energieversorger. Uns wurden ca. 4000 kWh Strom in Rechnung gestellt. Dazu haben wir noch ca. 1350 kWh eigenen Strom verbraucht. Das ergibt somit ca. 5350 kWh für ein Einfamilienhaus mit 5 Personen. Darin enthalten ist neben Haushaltsstrom auch die Heizung und die Warmwasserbereitung. Die beiden letzteren machen den Löwenanteil im Verbrauch aus.

Wie schlagen wir uns hier im Vergleich zum Durchschnitt?

Der erste Indikator ist, dass unsere Akontozahlung um 38 % reduziert wurde für die neue Periode gegenüber der Ersteinstufung. Schon mal nicht schlecht! Und obendrauf haben wir mit dem Überschuss des letzten Jahres ein paar Monate zahlungsfrei 🙂 *

Vom ersten Erfolgserlebnis motiviert wollten wir es noch genauer wissen. Gegenüber den Durchschnittswerten von stromliste.at haben wir im Vergleich mit dem 5-Personen-Haushalt ebenfalls ca. ein Drittel weniger Verbrauch. Und das, obwohl bei uns zusätzlich noch die Heizung und nicht nur das Warmwasser enthalten ist!

Das war uns immer noch nicht genau genug, also vergleichen wir mal mit der Königsklasse: einem Passivhaus. Hier wird der maximale Energiebedarf für die Heizung mit 15 kWh pro Quadratmeter und Jahr angegeben. Wenn wir unsere 5350 kWh auf unsere Wohnfläche aufteilen erhalten wir 29 kWh pro m2 und Jahr. Ein Niedrigenergiehaus darf bis 50 kWh pro m2 und Jahr verbrauchen, somit ist der Wert schon mal sehr gut. Wenn man aber bedenkt, dass in unserem Stromverbrauch auch das Warmwasser und der Haushaltsstrom enthalten sind, können wir da ja noch etwas abziehen:

Ich nehme für die Rechnung den Stromverbrauch unseres schwächsten Monats, das war letzes Jahr Juli mit 205 kWh, da war keine Heizung an, also nur Warmwasser und Haushaltsstrom. Hochgerechnet auf ein Jahr und abgezogen von unserem Gesamtverbrauch (2890 kWh) aufgeteilt auf unsere Wohnfläche ergibt das: 15,6 kWh pro m2 und Jahr. 

Energieausweis Griffner
Unser Energieausweis von GRIFFNER

Fast hätten wir den Passivhaus-Wert erreicht – und das ohne Wohnraumlüftung!

Gemäss österreichischem Energiestandard liegen wir fast bei A+, während der Energieausweis von GRIFFNER unser Haus plus/minus bei B eingeordnet hat. Da würden wir doch mal sagen: Ziel übertroffen – Firma GRIFFNER hat wirklich nicht zu viel versprochen.

Wertevergleich

Unsere Recherche hat gezeigt, dass es gar nicht so einfach ist einen aussagekräftigen Vergleich zu bekommen oder auch einzuschätzen, welchen Beitrag die Qualität des Hauses leistet. Bei anderen Heizarten die nicht auf Strom basieren lassen sich auch nicht einfach die Kilowattstunden gegenüberstellen. Da wir die Heizkosten nicht von den Haushaltsstromkosten trennen können, müssten wir den Haushaltsstromverbrauch abschätzen oder für den Vergleich ebenfalls die Summe der Strom- und Heizkosten heranziehen. Die Kosten deshalb, weil sich diese am leichtesten Vergleichen lassen und am Ende des Tages geht es natürlich darum wie hoch die Betriebskosten sind. Egal wie sie zustande kommen.

Alle Angaben von oben auch in Euro und im Schnelldurchlauf:

Gesamtenergiekosten 985 Euro für 5350 kWh, Betrag hochgerechnet als hätten wir den gesamten Strom vom Stromnetz bezogen
Heizkosten 532 Euro für 2980 kWh, abgeschätzt über Stromverbrauch im Sommer
Heizwärmebedarf 2,88 Euro pro m2 und Jahr ca. 15,6 kWh pro m2 und Jah

Für konkrete Vergleichsmöglichkeit noch die Angaben zu unserer Anlage:

Einfamilienhaus
  • Holzriegelbau der Firma GRIFFNER
  • 180 m2, 2 Etagen
  • Ausrichtung Süd-West
Keller
  • Stahlbeton
  • Vollwärmeschutz (16 cm)
  • unbeheizt
Heizungsanlage
  • Luft-Wasser-Wärmepumpe
  • 1000 Liter Schicht-Pufferspeicher
  • Fussbodenheizung
Warmwasserbereitung 12-20 Uhr. Die Wärmepumpe beschäftigt sich erst ab Mittag mit Warmwasserbereitung, wenn die Aussentemperatur am höchsten ist und somit der Wirkungsgrad am besten. Ausserdem ist da der Output der PV-Anlage am höchsten und kann somit am besten genutzt werden.
Heizung 10-20 Uhr auf Nenntemperatur. Die übrige Zeit ist sie abgesenkt aus demselben Grund wie bei der Warmwasserbereitung: Wirkungsgrad und PV-Leistung. Theoretisch ist eine Absenkung bei der Fussbodenheizung nicht nötig, jedoch macht sie sich unserer Ansicht nach bei einem modern gedämmten Haus kaum bemerkbar.

Wertevergleich

Wir sind sehr an einem direkten Vergleich von Häusern mit Angabe der Rahmenbedingen interessiert, um so eine bessere Einschätzung zu bekommen und freuen uns, wenn ihr uns eure Daten als Kommentar zu diesem Post schickt. Diese Informationen stellen wir uns sehr nützlich für die Optimierung von bestehenden bzw. auch die Auslegung von neuen Anlagen vor. Und davon profitiert neben unseren Geldbeuteln ja vor allem die Umwelt!

Fragen, die uns in diesem Kontext beschäftigen sind:

  • Gibt es Möglichkeiten noch effizienter zu werden? Kann man über die Einstellung der Wärmepumpe wie zum Beispiel Betriebszeiten, Temperaturen etc. noch etwas rausholen?
  • Macht die Anschaffung weiterer Energieanlagen aufgrund der bereits erreichten Effizienz überhaupt Sinn? Wie viel bringen Kachelofen, thermische Solaranlage etc. hier tatsächlich noch an Nutzen in Anbetracht der Kosten dafür?

Wir haben uns dazu bereits mit unserem gegenwärtigen Wissensstand Gedanken gemacht und möchten in einem der nächsten Artikel darauf eingehen. Für jetzt sind wir erst mal gespannt welche Vergleichsdaten wir von euch erhalten. Vielleicht müssen wir unser Resumé ja wieder revidieren und uns inspiriert von euren Berichten erneut überlegen, wie wir unsere Hausanlage verbessern können 🙂 Danke schon im Voraus!

 


* An dieser Stelle muss man natürlich auch anmerken, dass wir 2100 kWh Strom in das Netz eingespeist haben und dadurch auch eine Vergütung bekommen. Mehr dazu aber in einem folgenden Artikel über die Rentabilität der PV-Anlage.

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